St. Marien Basel

Sinn und Ziel unseres Lebens

Der Monat November schliesst den Jahreskreis des Kirchenjahres. Die Schönheit des Herbstes hat uns dieses Jahr im Oktober besonders erreicht und viele bezaubernde Tage geschenkt, an denen wir die Pracht der Farben im milden Licht des Herbstes bestaunen und die wärmende Kraft der Sonnenstrahlen auf sanfte Weise spüren konnten.

Der Spätherbst, der den Winter ankündigt, macht uns auf das Ende allen irdischen Lebens aufmerksam. Wie schön ist doch unsere Natur, die uns anschaulich zeigt, was wir sonst nie so begreifen würden. Das Ende ist nicht ein brutales „Aus und Fertig“. Das Ende, das uns der Jahreslauf vor Augen führt, ist ein Ende, dem schon unsichtbar der Beginn neuen Lebens innewohnt. Die Welt sinkt in den Winterschlaf, um ruhend sich für ein noch nie dagewesenes Aufsprossen und Aufblühen vorzubereiten. Die Kraft ist da, unsichtbar, verbor­gen. Die Physiker sprechen vom Gesetz der Erhaltung von Masse und Energie. Im Gesamten – so deute ich das laien­haft – geht nichts unwiderruflich einfach so verloren, sondern ändert seinen Zustand. Dieser Welt wohnt eine unzerstör­ba­re Kraft inne, die „Leben“ unsichtbar birgt und sichtbar hervorbringt. Zu Beginn des Monats November feiern wir das Fest dieser lebensspendenden Kraft, die die Welt im Innersten zusam­menhält, die Himmel und Erde, Zeit und Ewigkeit verbindet. Als glaubende Menschen können wir dieser Kraft einen Namen geben: Sie heisst „Heiligkeit“ und ist die grösste Gabe Gottes an die Menschen, die sie ver­nunftbegabt erkennen, verstehen, zur Sprache bringen und sogar feiern können. Dies geschieht am 1. November im Fest „Aller Heiligen“. In konkreten vielfach unbekannten, sogar unscheinbaren Menschen wurde und wird sie sichtbar! Auch in uns? Wir wollen hoffen.               Pfarrer Markus Brun