St. Marien Basel

Fasnacht und Fasten beginnt beides mit „F“

Was wird uns im März beschäftigen? Die einen fliehen davor, die andern können ihren Beginn kaum erwarten. Die einen finden es abstrus und weltfremd, die andern sind begeistert und praktizieren es mit Sendungsbewusstsein für unsere Zeit: Fasnacht und Fasten. Beides ist alleine viel weniger schön als gemeinsam, kann aber trotzdem ganz individualis­tisch gemacht werden. Es ist ja interessant wie die Fasnacht und das Fasten die Menschen bewegen. Ähnlich und doch ganz anders.
Wichtig ist natürlich zu wissen, dass die Basler Fasnacht gegenüber allen anderen gleichnamigen Veranstaltungen einige Alleinstel­lungsmerkmale kennt: Keine Fasnacht ist bei allem Witz und Lachen so nachdenklich machend, geistreich und melancholisch, so sozialkritisch und populär zugleich. Man halte sich vor Augen: Die typische Hauptspeise ist eine einfache Mehlsuppe, der Prunksaal vom vornehmen „Drei König“ wird zum „Drei Waggis“ und trotz dieser gesellschaftlichen „Umwälzung auf Zeit“ machen alle mit: ob arm oder reich, gebildet oder ungebildet, alt oder jung …

Für Katholiken mag es als störend empfunden werden, dass die Basler Fasnacht mit dem Beginn der Fastenzeit zusammenfällt, wo doch in der katholischen Tradition die „Fast-nacht“ fein säuberlich vom Fasten getrennt ist. Nach der Fastnacht gilt: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“. Nicht so bei uns. Die Basler Fasnacht „erklingt“ in der Fastenzeit und „hallt nach“ durch die ganzen Fastensonntage, zumindest wenn die Cliquen „bummeln.
Ist es wohl so, weil Basler Fasnacht und Fasten auf nötige oder ersehnte Veränderung verweisen? Der Motor ist kreativer Humor und unbändige Hoffnung, dass sich etwas zum Guten ändern kann. Ist nicht beides Ostervorbereitung? Frohe Fasnacht und frohes Fasten!                                                   Pfarrer Markus Brun